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aktuelles/Juli 2010
Ein hartes erstes Halbjahr 2010 ist zu Ende. Und ich habe tatsächlich alle meine gesteckten Ziele erreicht. Das ist zum einen ein prall gefüllter Terminkalender. Zum anderen die DVD, die ich mit Wibbelstetz anlässlich unseres 25-jährigens Bestehens aufgenommen habe, ist so gut wie fertig. Wir brauchen noch einen Umschlag drumherum, dann kann das Ding in die Presse. Als kleinen Vorgeschmack gibt es drei Stücke auf You tube zu sehen. War die DVD schon mit jeder Menge Arbeit verbunden, so hat mich meine neue Solo-CD, die zweite ihrer Art, noch wesentlich mehr Schweiß und Nerven gekostet. Aber was lange währt, wird endlich gut. Ich hatte ja schon im April vergangenen Jahres mit den Aufnahmen angefangen und drei Stücke mit meinen Jungs von "Wibbelstetz" quasi live eingespielt. In diesem Jahr sind auf diese Weise noch zwei weitere Songs hinzugekommen. Den Rest habe ich mit den bewährten Kräften Thomas Wille (Bass), Jürgen Schroeder (Schlagwerk), Gero Körner (Tasteninstrumente) Georg Zwingmann (Bass), Michael Metzele (E-Gitarre) und Linus Krämer (Akkordeon) aufgenommen. Mit von der Partie waren noch Hannes Schöner und Pete Bauchwitz (Chorgesang), Martin Frings, Richard Hellenthal und Jörg Brohm (Gebläse) sowie Johannes Epremian und Margit Süß (Streicher). Mein Freund Tato, der ja zu den Österreichern ausgewandert ist, hat sich mit drei wundervollen Arrangements und Chorgesang eingebracht. Das Ergebnis sind elf wirklich ausgereifte hochdeutsche Lieder mit ganz unterschiedlichen musikalischen Ansätzen. Man kann auch von einer sehr kruden Mischung sprechen. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich in dieser Hinsicht die Vielfalt schätze. Ich hoffe, mein Publikum auch. Aufgenommen hat das Ganze Jürgen Wirtz im WKI-Studio von Hannes Schöner in Bad Münstereifel. Es wird wohl noch bis zum Herbst dauern, ehe ich die Formalitäten mit der in Frage kommenden Plattenfirma geklärt habe und zur Veröffentlichung schreiten kann. Aber man kann schon jetzt sagen, dass ich mit der neuen Scheibe sehr glücklich bin, weil ich diesmal sowohl den unnachahmlichen Groove meiner Wibbelstetz-Leute als auch Tatos ausgefuchste Arrangements kombinieren konnte. Es gibt Stücke mit aufwendigem Orchestrion wie "Der Shopping Song" neben sparsam instrumentierten Titeln wie "Tausende Tage". Bin mal gespannt, wie das erste Album, das ich allein verantwortlich produziert habe, bei den Fans ankommt. Jetzt muss ich mich erst mal um ein gescheites Cover kümmern.
aktuelles/März 2010
An dieser Stelle habe ich mich ja bereits über die wundervolle Woche verbreitet, die ich im April 2009 beim Mundart-Symposion im Saarland verbringen durfte. Diese Veranstaltung hat allerdings eine gewisse Langzeitwirkung entfaltet, weil die beteiligten Musiker weiterhin Kontakt unter einander halten. So hat mich beispielsweise mein Kollege Martin Weller zu einem gemeinsamen Konzert in seine Hunsrücker Heimat eingeladen (siehe Bild). Im "Theaterchen" in Idar-Oberstein, in das gerade mal 50 Leute reingehen, haben wir uns dann gegenseitig die Bälle zugespielt. Und das Publikum war begeistert. Martin legte jeweils mit einem seiner sarkastischen Lieder vor, und ich versuchte, mit einem Werk der gleichen Thematik zu kontern. Das klappte unter anderem beim Moped und beim Mömmes hervorragend. Nach der Show haben wir uns dann bei Wellers im Wohnzimmer noch bis fast 5 Uhr in der Früh die Kante gegeben. Klar ist, dass Martin im August in die Eifel kommen wird. Ich plane für das dritte oder vierte Wochenende ein Mundart-Festival in Kronenburg. Der Termin steht noch nicht ganz fest. Aber Isabelle Grussenmeyer, Sängerin aus dem Elsass, wird ebenfalls mit von der Partie sein. Sie war im Saarland die Dritte im Bunde der Mundart-Barden und hat Martin und mich ihrerseits am 14. August zu einem Festival mitten im Wald nach Ohlungen bei Hagenau eingeladen. Sehr gefreut habe ich mich auch über die Zusage von Paul van Loo, einem befreundeten Sänger als Heerlen, der in Kronenburg das Niederländisch-Limburgische vertreten wird. Es macht unglaublich Spaß, mit Kollegen von weiter weg Musik zu machen. Davon habe ich immer geträumt und jetzt endlich ist es mir gelungen, einen solchen Kreis aufzubauen. Wirklich wunderbar! Außerdem kommt man bei der Sache ziemlich durch die Gegend. So werde ich in der Karwoche meinen Freund Sebastian, ebenfalls ein Musiker mit Band, in Riverossa in der Nähe von Turin besuchen. aktuelles/Oktober 2009
Auf meinen Touren quer durch die Eifel und das benachbarte Ausland treffe ich ja immer mal wieder auf Prominente. Zum Beispiel auf Stimmungssänger wie Tony Marshall. Die Jungs von der Schlagerabteilung sind meistens ganz nett, aber darüber hinaus muss man nicht unbedingt mit ihnen zu tun haben. Jüngst lief mir allerdings jemand über den Weg, dessen Persönlichkeit mir hochinteressant erschien: Reiner Schöne, seines Zeichens Schauspieler und Sänger. Ich war gerade dabei meinen Krempel für ein Dinnerkonzert im Hotel Friedrichs aufzubauen, als sich ein baumlanger Kerl von einem der Tische im Restaurant löste und auf mich zukam. "Was ist denn das für eine Gitarre?", fragte er neugierig. Wie immer begann ich den üblichen Stronz über meine Manzanita, die ich mir in Göttingen habe bauen lassen. Das Teil ist im Übrigen noch besser geworden in jüngster Zeit. Der Klang ist einfach nicht zu toppen.
Egal. Der Mann war unmittelbar begeistert. Ich sach: "Sie sind doch der Schöne. Jesus Christ Superstar und so." "Genau", meint er. Und schon waren wir beim schönsten Fachsimpeln über Gitarren, Songs und schräge Auftritte. "Meinst du, ich könnte morgen in deiner Show zwei Lieder singen", frug er mich. "Klar, auf jeden Fall." Ich habe mich am nächsten Tag schlau gemacht über den Mann, der zu diesem Zeitpunkt einen Fernsehfilm mit Jutta Speidel auf der Wildenburg drehte. Also: Reiner Schöne hat unter anderem als einziger Deutscher in "Krieg der Sterne" mitgespielt, war dabei, als das Musical "Hair" in den 70er in Deutschland populär wurde und hat mit Kris Kristofferson, Clint Eastwood und anderen Stars gedreht. Wir hatten an diesem Abend im Hotel Friedrichs Spass wie Bolle, obwohl ich gesundheitlich ein bisschen angeschlagen war. Schönes bekanntestes Lied "Werd ich noch jung sein, wenn ich älter bin", das er zusammen mit Konstantin Wecker geschrieben hat, ist wirklich eine Perle. Ich bin dankbar, dass ich den Reiner getroffen habe. Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen in Berlin, wo er wohnt und wo ich ja zuweilen schon mal performe. aktuelles/Mai 2009
"Wo fährst du hin?", haben sie mich gefragt. "Ins Saarland?" "Jau", sag ich, "ins Dschungel-Camp für Mundart-Dichter." "Kann man da auch rausgewählt werden?" "Nee", sag ich, "ich glaub's jedenfalls nicht. Ist mehr so`ne Woche zum Erfahrungsaustausch von Gleichgesinnten." Das Saarland kannte ich bisher nur als Durchgangsstation auf dem Weg ins Elsass. Ich hatte deshalb nur eine vage Vorstellung von Land und Leuten, als ich sonntags in der Bosener Mühle eintraf. "Wer weiß, mit welchen Figuren du da zu tun haben wirst?", hatte ich mich vorher gefragt und vorsichtshalber schon mal im Internet recherchiert. Aber die Informationen, die ich dort fand, waren nicht sonderlich erschöpfend. Ich hatte mir vorgenommen, mich so gut wie möglich in die Gruppe einzuordnen und möglichst viel Spaß in dieser Woche zu haben. Aber es fing erst mal alles andere als spaßig an, als Harry Hauch vom Landratsamt mit der Kollegin Annemarie Regensburger in der Bosener Mühle vorfuhr und uns die betrübliche Mitteilung machte, dass Annemarie im Zug böse gestürzt war und nun ins Krankenhaus gefahren werden müsse. Die Ärmste hatte schlimme Schmerzen. Wie sich später herausstellte hatte sie sich einen Rückenwirbel gebrochen und musste vier Tage später mit dem Krankenwagen in ihre Tiroler Heimat zurückgefahren werden. Wir haben sie natürlich im "Spital", wie es bei der Annemarie heißt, besucht. Dabei gewann ich den Eindruck, dass sie unsere Runde sicherlich sehr bereichert hätte, wenn dieser dumme Unfall nicht gewesen wäre. Sie hatte sich nach einigen gesundheitlichen Problemen in der Vergangenheit so auf das Symposium gefreut - und nun das. Bewundernswert, wie mit welchem Humor sie diese große Enttäuschung wegsteckte. Wir anderen waren natürlich erst einmal geschockt. Aber es muss ja weitergehen. Und den ersten Eindruck von der Lebensart der Saarländer bekamen wir gleich am ersten Abend beim Begrüßungsessen im Restaurant Merker. Die Nähe zu Frankreich hat wohl dazu geführt, dass im Saarland gutes Essen ganz oben auf der Werteskala steht. Während der gesamten Woche wurden wir erstklassig versorgt. An Wein und Bier fehlte es nie. Aber zum Saufen waren wir Mundart-Leute ja eigentlich nicht ins St.-Wendeler Land gekommen. Es sollte eine Begegnung zwischen Gleichgesinnten werden, ein Gedanken- und Erfahrungsaustausch von Kreativen, die den heimatlichen Dialekt zu ihrem Sujet gemacht hatten.
In meinem gewohnten Umfeld in der Eifel bin ich als Sänger einer bekannten Band natürlich anerkannt, weil ich seit 25 Jahren Lieder in Mundart schreibe und ständig irgendwo auftrete und Konzerte gebe. Aber damit hat es sich auch. Es gibt keine Preise oder Stipendien für diese Arbeit. Öffentliche Anerkennung findet nicht statt. Es muss reichen, dass die Leute Freude an der Musik und den Texten in Eifeler Platt haben.
Dass Mundart anderswo, zum Beispiel im Saarland, einen ganz anderen Stellenwert genießt als bei uns in der Eifel, habe ich dann schnell gemerkt. Und nicht nur ich. Auf die Frage, was ihm denn bisher am besten gefallen habe, antwortete mein Symposiumskollege Hanspeter Wieland: "Dass mir hier so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird." Damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Als Mundart-Interpret zählt man normalerweise nur im eigenen Sprengel; außerhalb der 150-km-Zone wird man eher als Hinterwäldler belächelt - ganz egal, wie gut deine Lieder oder Gedichte sind. Nicht so in der Bosener Mühle. Dass der Saarländische Rundfunk täglich berichtete, was die Mundart-Autoren gerade anstellten, hat mich aufs Höchste verblüfft. Diese Wertschätzung hatte ich nicht erwartet. Und meine Kollegen wohl auch nicht. Jedem von uns widmete SR-Redakteurin Susanne Wachs ein eigenes Porträt im Funk. Sie machte das mit einer Liebe und einem Engagement, dass man nur den Hut ziehen konnte. Überhaupt war die Stimmung unter den Gästen und den dazu gehörigen Betreuern wie Harry Hauch, Martina Scheer und Willi Schäfer von Anfang an bestens. Da gab es kein großes Abtasten wie bei entscheidenden Fußballspielen. Für meinen Umgang mit den Kollegen hatte ich mir vorgenommen, ganz unbefangen an die Leute heranzugehen. Was bei einem Typen wie Martin Weller gar nicht nötig ist. Da ist das Eis schon nach der ersten Bemerkung gebrochen. Seine direkte Art, sein krachender Humor und seine herzliche Art , nicht zu vergessen seine präzise Beobachtungsgabe, haben die Woche in der Bosener Mühle ungemein bereichert. Nicht jeder hätte mir einfach so "Asyl" gewährt, als ich am ersten Abend nicht in mein Hotelzimmer kam, weil die verstrahlte Hotelchefin mir nicht gesagt hatte, dass ich den Schlüssel mitnehmen müsse. Unvergesslich die Nacht im Doppelbett mit "Maddin", der zur Feier des Tages seinen neuen Pyjama angezogen hatte. Pannen dieser Art gab es noch andere. Beim Ausflug zum keltischen Ringwall fiel Hanspeters Schuh auseinander und Susanne kippte ein Mineralwasser in ihren Laptop. Alles das konnte nicht verhindern, dass die Gruppe täglich an Homogenität zulegte. "Ich finde es so toll, dass ihr euch gegenseitig so viel Respekt zollt", lobte uns Susanne zwischendurch. Aber was, bitte schön, soll man an den Geschichten von Doris Gonsior-Rumpf schon groß kritisieren. Ihre Schnurren aus dem Heimatdorf zeichnen sich durch einen gekonnten Umgang mit der Mundart aus, sind witzig, authentisch und haben einen wunderbaren Fluss. Klar kann man einwenden, dass dabei die "gute alte Zeit" heraufbeschworen wird, ohne dass deren Schattenseiten einbezogen werden. Aber den Leuten, die solche Geschichten lesen, sind Konflikte und soziale Probleme schnurzpiepegal. Der Mensch behält schließlich naturgemäß die positiven Erlebnisse länger im Gedächtnis als die negativen. Von daher hat Doris alles richtig gemacht. Ihre Gehbehinderung zwang mich in der gemeinsamen Woche dazu, mich daran zu erinnern, wie wichtig Rücksichtnahme und Verständnis sind, was ich als gute Übung empfand.
Einen völlig anderen Lebensrhythmus als ich selbst hat auch Hanspeter Wieland. Seine Mundart-Gedichte in alemannischer Zunge haben nicht nur mich, sondern auch alle anderen unmittelbar in ihren Bann gezogen. Beim ersten Vortrag war ich noch versucht, in schallendes Gelächter auszubrechen. Aber schon beim zweiten Poem erkannte ich, dass der Mann ein Könner ist, der seine Worte nicht nur nach ihrer Bedeutung sorgsam auswählt, sondern auch nach ihrem Klang.
Ich habe nicht viel von seinen Versen verstanden. Für mich klangen sie so exotisch wie ein Bantu-Dialekt. Aber ich konnte die Persönlichkeit hinter diesen seltsam klingenden Worten entdecken: ein ernsthafter, friedliebender Mensch, der sich in diese Welt verirrt, klug, ja fast weise und gleichzeitig neugierig wie ein Kind. Solche Leute sind selten geworden auf unserem Planeten. Und ich kann mich dem Urteil meines Freundes Martin nur anschließen, der erklärte, dass er außerordentlich froh sei, Hanspeter in der Bosener Mühle getroffen zu haben. Ich hatte schon im Vorfeld erwartet, dass wir drei Musiker, also die Isabelle Grussenmeyer, der Martin Weller und ich, uns gut verstehen würden. Das ist bei Musikern erfahrungsgemäß meistens so. An Isabelle hat mich am meisten beeindruckt, mit welchem Enthusiasmus sie ihre elsässische Muttersprache vortrug. Ihr Stolz, einen Tag in der Woche als Botschafterin in Sachen Mundart von Schule zu Schule fahren zu dürfen, war für mich sehr berührend. Wenn sie beim abendlichen Üben mit strahlenden Augen versuchte, sich in die Songs einzuhören und mitzumachen, war das für so "alte Säcke" wie Martin und mich ein steter Ansporn, unser Bestes zu geben. "Das klingt ja wunderbar", feuerte uns Doris bei den Sessions ein übers andere Mal an. Zu recht. Denn das gemeinsame Musizieren war frei von jeglichen Eifersüchteleien - so habe ich jedenfalls empfunden. Isabelle, da bin ich mir ganz sicher, wird beim nächsten Auftritt im Elsass oder auch in Deutschland mit ganz neuem Selbstbewusstsein auf die Bühne gehen und ihren Weg machen. Als Eifeler bin ich ja von jeher mit schönen Landschaften verwöhnt. Aber ich muss sagen, dass das St.-Wendeler Land in dieser Hinsicht voll mithalten kann. In Sachen Tourismus ist man überdies ein ganzes Stück weiter. Unsere Besichtigungstouren waren allesamt höchst interessant und perfekt organisiert, egal ob Völklinger Hütte, Keltenring, Dino-Schau oder Rundgang durch die Abteikirche in Tholey. Vom schönen Bostal-See mal ganz abgesehen. Ich weiß nicht, ob es in Deutschland noch einen anderen Ort gibt, an dem Mundart-Kreative und -Interpreten so aufgenommen werden wie im Saarland. Ich kann es mir kaum vorstellen. Die Professionalität und Herzlichkeit, mit der sowohl Susanne Wachs als auch Martina Scheer und ihr Team zu Werke ginge, hat mich tief beeindruckt. Da bin ich von den Heckenpennern des Westdeutschen Rundfunks ganz anderes gewöhnt. Und auch unsere Touristiker sind längst nicht so auf Zack. Ich weiß, dass klingt jetzt alles sehr nach "Stronz". Aber es musste einfach mal gesagt sein. Das Mundart-Symposium in der Bosener Mühle war eine Bereicherung für mein Leben, sowohl in menschlicher als auch in künstlerischer Hinsicht. Und dafür bin ich sehr dankbar.
Postskriptum Wie heißt es beim Skat so schön: "Ohne Vieren gespielt fünf Hand sechs." So oder ähnlich ist der Abschlussabend unseres Mundart-Symposiums in der Bosener Mühle gelaufen. Dass Annemarie Regensburger wirklich nur einen "Augenblick" bei uns war, hat sie in einem wundervollen Gedicht in vier Sprachen festgehalten. Und Harry Hauch, der Mann für alle Fälle, übernahm dankenswerterweise die Aufgabe, der abwesenden Autorin bei der Veranstaltung seine Stimme zu leihen. Ein wirklich guter Augenblick, aber leider kein Trost für die sympathische Tirolerin. Der Ausfall von Martin Weller erwischte unsere Gruppe am Samstagmorgen dann noch einmal so richtig auf dem falschen Fuß. Unser Hochwald-Cowboy aus dem Hunsrück, sonst ein Mann von robuster Konstitution, wurde von Schüttelfrost-Anfällen geplagt und musste vorzeitig abreisen. Was dem "Maddin" sicherlich am meisten geschmerzt haben dürfte. Er war stets mit Begeisterung bei der Sache, wenn die "Singezähne" abends gemeinsame Lieder einstudierten. Er hinterließ eine Lücke, die nicht wirklich zu schließen war. Aber wie beim Fußball muss in solchen Fällen der Nachwuchs Verantwortung übernehmen, was Isabelle Grussenmeyer denn auch tat. Trotz ihrer unübersehbaren Nervosität vor dem Abschlussabend, die sie mit Tai-Chi in den Griff bekam, wuchs sie bei der Aufzeichnung über sich hinaus. Was im Übrigen auch für Hanspeter Wieland und Doris Gonsior-Rumpf galt, die ihren Part ausgesprochen souverän ausfüllten. Ohne Susanne Wachs, die während der gesamten Woche alle Fäden in der Hand hielt, wäre die Performance allerdings kaum so erfolgreich verlaufen. Sie sorgte stets für eine angenehme Atmosphäre, in der es kaum Reibereien oder ähnliche Störungen gab. Man kann nur wünschen, dass das Mundart-Symposium im nächsten Jahr eine Neuauflage erfährt. Mich hat es ermuntert, meine Lieder im heimatlichen Dialekt der Eifel künftig noch ein bisschen offensiver vorzutragen, auch wenn die Leute meckern, dass sie nicht alles verstehen. Aber auf Einzelschicksale kann man in diesem Fall keine Rücksicht nehmen, gell?
Mehr Bilder vom Mundartsymposium gibt es in der Galerie zu sehen. aktuelles/Dezember 2008 Wenn mein Freund Hannes Schöner beim gemeinsamen Bier im Café "T" in Bad Münstereifel das Thema "Abend der Lieder" anschneidet, dann wackel ich erst mal mit dem Kopf. Wir haben bis jetzt im Zwei-Jahres-Rhythmus zwei solcher Konzerte hingekriegt. Immer mit einem wahsinnigen Erfolg. Aber diese Veranstaltungen haben mich auch reichlich Nerven gekostet, weil die Planungen erst auf den letzten Drücker in Angriff genommen wurden und dann ein Kräfte raubender Probe-Marathon zu bewältigen war. Aber es hat schon seinen Reiz, mit so klasse Musikern wie Hannes, seinem "Höhner"-Kumpel Jens Streifling und Tato Gomez als "Viererbande" aufzutreten. Der "Abend der Lieder" am Samtag, 20. Dezember, war ein einziges Fest für uns alle. Wir hatten diesmal Gott sei Dank etwas früher mit den Proben begonnen, so dass wir entspannter an die Sache herangehen konnten. Trotzdem hat uns Hannes eine halbe Stunde vor Konzertbeginn wieder mit einem flammneuen Lied überrascht, das wir tatsächlich noch im Programm untergebracht haben.
Was aber noch unglaublicher ist: Ein Großteil der Songs, die wir in der Konviktkapelle präsentiert haben, wurden bei der Probe im Studio von Hannes live mitgeschnitten. "Da machen wir eine CD draus", waren sich Hannes und Jens bei der Vorbesprechung sicher. "Ich habt doch nicht alle Tassen im Schrank", habe ich den Jungs gesagt. "Das klappt doch nie." Naja, man muss nicht immer Recht haben. Die CD ist tatsächlich pünktlich zum Konzert fertig geworden. Die Zusammenstellung ist von der Bandbreite ebenso unglaublich wie vom Sound. Einfach umwerfend. Hätte ich nie mit gerechnet. Wer an dieser CD interessiert ist, kann sich per E-mail an mich wenden. Ich gebe die Bestellung weiter. Die Fotos in der Galerie hat mein Kollege Patrik Reinartz vom Kölner Stadt-Anzeiger zur Verfügung gestellt. Weitere 241 Bilder gibt es unter der Internetadresse http://picasaweb.google.com/teufelchen62 zu gucken. Und noch mal Danke an Peter Konopatzki, der die komplette Organsisation des Konzerts perfekt abgewickelt hat.
aktuelles/Oktober 2008
Mit Kindern Musik zu machen, ist immer eine tolle Sache. Weshalb wir mit "Wibbelstetz" regelmäßig Konzerte gemeinsam mit Grundschulen organisieren. Zugegeben: ein paar Zweifel hatte ich schon, als ich mit Anne Poth die Idee entwickelte, die kleine Grundschule in Dahlem als Partner zu nehmen. Aber was Anne zusammen mit ihren Schülern, Kollegen und der Elternschaft auf die Beine gestellt haben, hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Im Schmidtheimer Bürgerhaus steppte der Bär: Mehr als 500 Gäste kamen zum Konzert. Und die 170 Kinder, die zeitweise mit uns auf der Bühne standen, haben gesungen wie eine Eins. Einfach traumhafte Bedingungen für uns Musiker. Nach diesem Erfolg habe ich mir keine Sorgen mehr gemacht um meinen Auftritt im Dortmunder Westfalenpark. Dorthin sollten mich die Kinder der Dahlemer Grundschule eine Woche später begleiten. Es wurde ein schöner Ausflug mit meinen Jungs von "Wibbelstetz", den Lehrern, Kindern und Eltern. Der Auftritt war zwar mit 45 Minuten etwas kurz und chaotisch. Aber wir hatten eine Menge Spaß - trotz der allzu geringen Kulisse vor der riesigen Bühne. Danke noch mal an dieser Stelle an Martina Grote, die Geschäftsführerin der NRW-Stiftung, für die Einladung. Mehr Bilder findet Ihr in der Galerie.
aktuelles/Mai 2008
Bisher habe ich mich ja standhaft geweigert, Italienisch zu lernen. Ich finde, eine Sprache, die nur von Italienern und ein paar verstrahlten Schweizern gesprochen wird, lohnt den Aufwand nicht. Obwohl mich die alte Celentano-Nummer "Azzurro" schon immer gereizt hat. Und wenn nicht eines Morgens der Anruf von Professor Wolfgang Schumacher gekommen wäre, der wissen wollte, ob ich vielleicht mit ihm nach Sardinien fahren wollte, dann hätte ich die Sprache der "Spaghettis" wohl auf ewig links liegen lassen. Die Einladung des "Professore" hat mich natürlich geehrt. Und ich habe keinen Moment mit der Zusage gezögert, zumal ich auch meine Holde und meinen Lieblingssohn Valentin mit in den Süden nehmen durfte. Kurzum: Nach Südfrankreich, der Bretagne, Österreich und den USA sollte ich meine Sangeskunst tatsächlich auf der schönen Mittelmeerinsel präsentieren. Als Hintergrund muss man wissen: Der gute Herr Professor - wir sind seit dem Trip übrigens beim Du - also, der Wolfgang hat schon vor 14 Jahren eine Freundschaft mit einem sardischen Kollegen aufgebaut und fleißig Studentenaustausche organisiert. Die finden allerdings nicht in den Touristenzentren am Meer statt, sondern hoch oben in den Bergen. Dort wachsen allerlei seltene Kräuterlein, so dass die Studiosi ordentlich was zum Gucken und Lernen haben. Wie zum Beispiel die wirklich schönen wild wachsenden Pfingstrosen, die auf den kargen Berghügeln rund um den Höhenort Fonni zu finden sind. Und weil in der Eifel beispielsweise Osterglocken, besser bekannt als Narzissen, in der freien Natur gedeihen, kommen die Sarden früh im Frühjahr zum Blümchengucken zu uns und erfreuen uns mit ihrem urtümlichen Hirtengesang, den schönen Trachten und ungewöhnlich bewegungsarmen Volkstänzen. Im Gegenzug reist Schumacher mit einer Reihe honoriger Freunde und Kollegen zu Pfingsten nach Sardinien. Da er der insularen Folkore-Offensive etwas Gleichwertiges entgegensetzen wollte, hat er eben mich an den Start gebracht. Ich habe zwar außer dem derben "Rheinländer" tänzerisch nicht viel drauf, aber ich konnte stattdessen mit zwei eigens einstudierten italienischen Gassenhauern punkten: mit "L'Italiano", das auch in Deutschland jeder kennt, und mit - na klar - "Azzurro". Zwei, drei Wochen lang habe ich die Texte wie ein Blöder gepaukt. Die Performance in Sardinien war zwar nicht perfekt, aber die Gastgeber hatten einen Heidenspaß. Vor allem im früheren Banditennest Orgozolo ging die Post richtig ab. Und es war danach keine große Kunst mehr, die Sarden bei "Himbeermarmelad" zum Mitsingen zu bewegen. Meine schrägen Ansagen hatte ich vorher in Englisch an meinen Freund Sebastian in Turin geschickt, der mir das Ganze in seiner Heimatsprache übersetzte und plus Audiofile zurück mailte. Die Nummer hat zwar noch nicht optimal funktioniert. Aber beim nächsten Mal werde ich die berühmt-berüchtigte "Hörrens"-Anmoderation in fließendem Italienisch bewältigen. Versprochen! Die Truppe, die der Professor (siehe Bild rechts mit sardischem Wandgemälde) mit leichter Hand zusammengestellt hatte, war ausgesprochen umgänglich. Es wurde zwar nicht so viel gesoffen, wie ich das von meinen Auslandstouren mit "Wibbelstetz" kenne, aber der Spaßfaktor war ähnlich hoch. Allein der Umstand, dass zu Hause herrlichstes Pfingstwetter mit mehr als 25 Grad herrschte, während es in den sardischen Bergen doch ganz schön zog, war ein bisschen suboptimal. Was jedoch vom reichhaltigen Essen und den wirklich sympathischen Insulanern wettgemacht wurde. Außerdem habe ich auf Sardinien meinen ersten Auftritt für 2009 klar gemacht - und das ausgerechnet in Münster, wo ich noch nie gespielt habe. Also: Wenn mich der Professor fragen täte, ob ich nächstes Jahr wieder dabei wäre, ich würd' mal sagen: Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch. Weitere Bilder vom Sardinien-Trip gibt es in der Galerie. War das jetzt eigentlich so etwas wie ein Blog oder wie das neumodische Ding heißt? In der Schule mussten wir das immer mit ck schreiben. Komisch, net wohr?
aktuelles/Januar 2008
"Berlin ist immer eine Reise wert", lautet ja ein bekanntes Sprichwort. Kann ich eigentlich nur unterschreiben. Denn der Auftritt bei der "Grünen Woche" war zweifellos ein bunter Tupfer in meinem momentan eher grauen Alltag. Und der trübe Eifeler Winter ist auch nicht gerade dazu angetan, einen vor Lebensfreude übersprudeln zu lassen. Meine Freunde vom Kreis Vulkaneifel, die mich bei der Produktion der "Tanz auf dem Vulkan"-CD großzügig unterstützt haben, benötigten meine Hilfe bei einer Präsentation in Halle 21b. Mein Beitrag war zwar mit fünf Liedern eher bescheiden. Aber bei dieser Gelegenheit habe ich jede Menge nette Leute kennen gelernt. "Wenn ich schon einmal in der Bundeshauptstadt bin, dann könnte ich abends ja auch irgendwo spielen," hatte ich mir im Vorfeld überlegt. Und weil wir im letzten Jahr im Gaffelbrauhaus ganz gut klar gekommen waren, rief ich den Patron Sidney Pfannstiel (ja, der heißt wirklich so) an. Der gab mir auch prompt grünes Licht, konnte mein Konzert selbst aber nicht miterleben, weil er stark erkältet war. Im Brauhaus selbst waren mehr Eifeler als Berliner anwesend, was den Abend sehr angenehm machte. Ich habe abwechselnd mit einer Delegation aus Höfen und einer Abordnung aus Eicherscheid/Simmerath die Gläser kreisen lassen. Das Konzert selbst geriet da eher zur Nebensache. Die Kontakte, die sich an diesem Abend ergeben haben, dürften noch zu einigen Gastspielen mit Wibbelstetz führen. Da nimmt man den latenten Schlafmangel doch gerne in Kauf. Die nächste größere Reise steht übrigens schon fest: Über Pfingsten geht es mit einer Reisegruppe um Professor Wolfgang Schumacher in die Berge Sardiniens. Ich bin dort für die Eifeler Töne zuständig. In den fünf Tagen, die wir dort verbringen, soll das Essen und Trinken im Mittelpunkt stehen. Na denn, nichts wie hin! aktuelles/November 2007
Mein komplettes, aus rund 15 Chansons bestehendes französisches Repertoire kann ich leider nur ganz selten abrufen. Aber Anfang November hatte ich mal wieder die Gelegenheit, Brel, Moustaki und Co. auszupacken. Die Mechernicher Partnerstadt Nyons hatte mich eingeladen, bei einem großen Gala-Diner für die musikalische Unterhaltung zu sorgen. Für das mehrgängige Menü waren die Küchenmeister Wolfgang Gläser und Jörg Schmitz verantwortlich, die einen fantastischen Job machten. Ich habe seit vielen Jahren nicht mehr so gut gegessen. Aufgetragen wurde der Gaumenschmaus von sechs Servierer-Azubis des Berufskollegs Kall. Dessen stellvertretender Leiter Wilfried Hamacher, ein ehemalige Fußballkamerad von mir, sorgte zusammen mit Klaus Thiemann und Andreas Sack für die Organisation der Reise. Ich habe mich während der vier Tage in der Provence natürlich sauwohl gefühlt. Mittags 25 Grad, ein Pastis in der Hand und leckeres Essen, abends dasselbe nur mit Rotwein und Musik. Meine Freunde Valerie und Nicolas Billet haben mich bei sich aufgenommen und waren großzügige Gastgeber, wie man sie sich nur wünschen kann. So ein bis fünf Mal im Jahr im Ausland auftreten - da könnte ich mich schon dran gewöhnen. Meine Babs müsste dann allerdings häufiger mitkommen. Das Bild oben zeigt mich inmitten eines uralten Olivenbaums. Impressionen vom Nyons-Trip findet ihr in der Galerie. aktuelles/Oktober 2007
Vor Auftritten habe ich normalerweise nie Lampenfieber. Bei der Vorstellung der neuen CD am 2. Oktober im Naturschutzzentrum in Nettersheim war ich zugebenermaßen ein bisschen angespannt. Schließlich hatte ich die Songs des neuen Albums noch nie live in großer Besetzung gespielt. Aber es wurde ein großartiger Abend, den ich sehr genossen habe. Thomas Wille am Bass, Tato Gomez am Klavier, Johannes Epremian an der Geige und Rolf Krüger an der E-Gitarre haben mich perfekt begleitet. Und das Publikum ging vom ersten Lied an richtig mit. Als bei den letzten vier Nummer meine "Wibbelstetz"-Spannmänner Jürgen Schröder (Schlagzeug), Linus Krämer (Akkordeon) und Georg Zwingmann (Bass) auf die Bühne kamen, ging noch mal richtig die Post ab. Wir haben uns nach dieser gelungenen Performance bei "Schruffs" (örtliche Kneipe) so richtig die Kante gegeben. Ein besonderes Verdienst bei der Organisation der Veranstaltung hat sich meine Liebste erworben. Sie hat so ziemlich alles geregelt, was zu regeln war. Das Freibier hat Hannes Schöner besorgt, und den Saal hat mir die Gemeinde Nettersheim zur Verfügung gestellt. Dafür noch mal herzlichen Dank an Bürgermeister Wilfried Pracht. aktuelles/September 2007
Es ist schon ein ganz merkwürdiges Gefühl, wenn man endlich das fertige Produkt in Händen hält: die erste richtige Solo-CD, eingespielt mit komplettem Orchestrion. Ein Ding, für das ich wirklich hart gearbeitet habe. Aber es hat sich gelohnt: Ich bin mit diesem Album mehr als glücklich. Und das habe ich in erster Linie meinem Freund Tato Gomez zu verdanken. Er hat sich in dieses Projekt voll reingehauen, hat keine Ruhe gegeben, bis jedes einzelne Lied perfekt arrangiert und aufgenommen war. Sein Durchhaltevermögen (es ging manchmal bis drei, vier Uhr nachts) ist ebenso bewundernswert wie seine musikalische Genialität. Ohne ihn hätte ich wahrscheinlich auch eine schöne CD hingekriegt. Aber dank seiner langjährigen Erfahrung als Produzent hat er meine Lieder von ungeschliffenen Edelsteinen in glänzende Diamanten verwandelt. Dafür werde ich ihm bis an mein Lebensende dankbar sein. Also, liebe Freunde: Ihr könnt die neue CD jetzt über den Button "Tonträger" ordern. Der offizielle Verkaufsstart ist zwar erst Anfang Oktober, aber über Internet kommt man schon früher an das Teil. Glücklicherweise habe ich mit dem Ama-Verlag aus Brühl einen Partner gefunden, der meine CD bundesweit vertreiben und für die nötige Promotion sorgen wird. Schließlich bin ich sprachlich ja nicht mehr auf das Rheinland beschränkt. Ob das ein Vorteil oder doch eher ein Nachteil ist - das müsst Ihr schon selbst herausfinden. Die Hauptsache ist: Ihr bleibt mir gewogen. aktuelles/Mai 2007
CDs aufnehmen war ja noch nie eine besondere Freude für mich, weil man dabei tagelang im Tonstudio herumhängt und tausend Mal den gleichen Song hört. Ich habe jedenfalls immer einen ziemlichen Horror davor. Die Aufnahmen zu meiner neuen CD im Februar und März haben mich zwar wieder an den Rand meiner Kräfte gebracht, aber die Zusammenarbeit mit Tato Gomez als Produzenten war einfach traumhaft. Um nicht zu sagen: kongenial. Was der Typ in Sachen Musik drauf hat, hat mich das ein übers andere Mal vor Ehrfurcht erbeben lassen. Die Arrangements hat Tato quasi aus dem Ärmel geschüttelt, mal eben so zwischen Tagesschau und Wetterkarte. Fabelhaft und völlig pflegeleicht waren auch die Musiker, die mir geholfen haben: der unglaubliche Schroeder am Schlagzeug, Linus Krämer am Akkordeon sowie die Herren Johannes Epremian (Geige), Martin Frings (Saxophon, Klarinette) und Thomas Wille (Tuba), mit denen ich schon seit ewigen Zeiten zusammenarbeite. Dass ich endlich mal ein Cello auf einer meiner Cds habe, ist Martin Salzwedel zu verdanken. An der E-Gitarre hat sich Robby Mildenberger verdient gemacht. Ich kann Euch versprechen, dass das neue Album ein absoluter Hammer wird. Ich denke, dass ich das Teil nach den Sommerferien am Start habe. aktuelles/Januar 2007
Man soll ja nicht glauben, was wir hier in Nettersheim alles für talentierte Leute in der Nachbarschaft haben. Wie zum Beispiel den "Kollegen" - wie wir Frank Wagener gerne nennen. Der hat wie bereits berichtet einen Film gedreht über Eifeler Mundart. Jetzt ist das Werk als DVD unter dem Titel "De ruede Prötter" herausgekommen und im Handel erhältlich. Na und wer glaubt ihr ist vorne auf dem Titelbild? Richtig! Der alte Hochgürtel im roten Sessel. Drinnen haben die führenden Mundartspezialisten der Nordeifel unter Führung von Senior Werner Rosen Geschichten und "Stöckelche" zum Besten gegeben. Frank und sein Kameramann Manfred Trinzen haben die Vorträge für die Ewigkeit gesichert. Insgesamt eine feine Arbeit, und man kann dem Autor nur wünschen, dass er seine Investition durch den Verkauf von vielen DVDs wieder reinholt. Zu kaufen gibt es den Film in jedem Fall im Besucherbergwerk in Rescheid bei Hellenthal. aktuelles/November 2006
Hannes Schöner, Günter Hochgürtel und Tato Gomez sind drei Charakterköpfe, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Und trotzdem machen sie am Freitag, 15. Dezember, gemeinsame Sache bei einem Konzert unter dem Titel "Abend der Lieder". Es ist dies die Neuauflage einer erfolgreichen Veranstaltung, die vor zwei Jahren an gleicher Stelle über die Bühne ging. Hannes Schöner, allenthalben bekannt als Sänger und Bassist der bundesweit gefragten Kölner Band "De Höhner", wird sich an diesem Abend einmal von einer eher unbekannten Seite präsentieren. Unter anderem mit Klassikern der Beatles und von Eric Clapton, aber auch mit Liedern aus der Feder der unvergessenen Trude Herr. Günter Hochgürtel, Kopf der Eifelrockband "Wibbelstetz" und auch in jüngster Zeit als Solist (Troubadour) erfolgreich unterwegs, wird in der Konviktkapelle in erster Linie Songs seines neuen Albums vorstellen, das er im Frühjahr in Hochdeutsch aufnehmen wird. Zum Repertoire des Eifeler Songpoeten gehören außerdem französische Chansons von Brel, Moustaki und Becaud. Dritter im Bunde ist Tato Gomez aus Kleinbüllesheim, der sich in der Szene vor allem als Produzent einen Namen gemacht hat. Der aus Chile stammende Musiker zeichnete unter anderem für die Hits von Austria-Star Rainhard Fendrich ("Macho, Macho") und Purple Schulz ("Kleine Seen") verantwortlich. Tato Gomez wird den Abend mit eigenen Liedern, aber auch mit spanischen Stücken und Songs von Crosby, Stills , Nash & Young bereichern. Unterstützt wird das Trio, das sich bei den jeweiligen Stücken auch gegenseitig begleitet, von einer Reihe befreundeter Musiker, die das Konzert zu einem Happening machen werden. Karten für den "Abend der Lieder", der um 20 Uhr in der Konviktkapelle beginnt, gibt es im Vorverkauf ab 13. November in der Kurverwaltung (02253-542244), in der Mandala-Bücherstube (02253-6633) und bei Lotto-Toto Garbe (02253-6204) in Bad Münstereifel. Einlass ist um 19 Uhr. Vor dem Konzert und in der Pause gibt es Wein und kleine Leckereien. aktuelles/September 2006
Eifeler Mundart ist ja die Sprache, in der ich die meisten meiner Lieder geschrieben habe. Weshalb mich mein Nachbar Frank Wagener auch angesprochen hat, bei einer DVD mitzumachen, auf der Geschichten und Historisches in Eifeler Platt für die Ewigkeit festgehalten werden sollen. Frank hat schon einen bemerkenswerten Film über Eifeler Täler gedreht. Das neue Projekt ist jedoch von einem ganz anderen Kaliber, weil er dafür einige Mundart-Autoren vor die Kamera holen musste. Die Herren Werner Rosen, Fritz Koenn, Hubert Büth, Karl Reger, Hermann-Josef Kesternich und nicht zuletzt mein früherer Stadt-Anzeiger Kollege Manni Lang haben mitgemacht und ihre Geschichten in die Kamera gesprochen, die übrigens von Manfred Trinzen bedient wurde. Mein Part war dabei, die Mitwirkenden als Moderator kurz vorzustellen. Außerdem wird der Film mit dem "Wibbelstetz"-Stück "Eefel" eingeleitet. Zum Schluss gibt es dann in bewährter Troubadour-Manier "Kakushöll" nur zur Gitarre gesungen. Die Dreharbeiten im Genfbachtal bei Nettersheim, wo Frank den roten Prötter - quasi auch der rote Faden des Films - mitten in die Landschaft plaziert hatte, waren ziemlich lustig. Die DVD, die Frank und Manfred auf eigene Rechnung produzieren, wird wohl im Herbst zu kaufen sein. Ihr werdet an dieser Stelle rechtzeitig darüber informiert. Weitere Bilder von den Dreharbeiten findet Ihr in der Galerie. Die Fernsehsendung "Der fröhliche Weinberg", die Anfang September in Mainz aufgezeichnet wurde, wird am Freitag, 20. Oktober, um 20.15 Uhr im Südwest-Fernsehen ausgestrahlt. Unbedingt gucken: Denn ich singe nicht nur das "Rheinländer"-Lied, sondern auch gemeinsam mit Costa Cordalis und Moderatorin Uli Nerath "Mecki Messer". aktuelles/Juli 2006 Auf alte Freunde kann man sich eben verlassen. Detlef Gattner, Musikredakteur von SWR4, gehört zu jener seltenen Spezies von Leuten, die sich in den letzten beiden Jahrzehnten mit großem Engagement für "Wibbelstetz" eingesetzt haben. Er hat mir jetzt auch meinen allerersten Solo-Fernsehauftritt besorgt. Am Freitag, 1. September, trete ich in Mainz in der Sendung "Fröhlicher Weinberg" mit dem "Rheinländer"-Lied auf. Unterstützt werde ich dabei von Bläsern der Bigband der Marienschule in Euskirchen, die sich dankenswerterweise eigens den Tag frei nehmen, um mit mir nach Mainz zu fahren. Und da freue ich mich schon mächtig drauf. aktuelles/Juni 2006
Drei Jahre habe ich darauf gewartet, endlich die Gitarre in Händen zu halten, die eigens für mich gebaut worden ist. An Fronleichnam war es so weit: Mit meiner Holden bin ich nach Göttingen zu Manfred Pietrzok gefahren, um das gute Stück abzuholen. Und das Warten hat sich tatsächlich gelohnt. Meine Manzanita-Troubadour-Custom - klingt doch super oder? - ist echt der Hammer (siehe Schallloch-Bild).
Die Leute, denen ich erzählt habe, dass ich mir eine Gitarre bauen lasse, von der ich nicht weiß, wie sie aussehen oder klingen wird, haben mich für bekloppt erklärt. "Und was machst du, wenn dir das Instrument nicht gefällt?", wurde ich dauernd gefragt. "Wird schon hinhauen", habe ich dann immer geantwortet. Okay, ein paar leise Zweifel waren da. Aber ich hatte ja schon auf drei Gitarren aus dem Hause Manzanita gespielt. Und die waren alle top.
Das Vertrauen in Manfred Pietrzok, der das Instrument nach intensivem Studium meiner CDs geplant und gebaut hat, war vollkommen gerechtfertigt. Der Mann hat's wirklich drauf. Und wenn man sieht, welche wundervolle Gitarren er in seinen beiden winzigen Werkstatträumen auf einem alten Bauernhof zurechtzimmert, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Die Kohle, die meine Manzanita gekostet hat, ist für die gelieferte Qualität ausgesprochen gut angelegt. Ein Gitarrenbauer von Pietrzoks Klasse müsste eigentlich mehr nehmen. Aber er ist halt ein Idealist, der lieber für Musiker baut, die seine Instrumente ständig spielen, statt für Sammler, die die Teile nur an der Wand hängen haben, um damit anzugeben wie mit einem neuen Porsche. Diese Typen soll es tatsächlich geben.
Meine Manzanita, da könnt ihr euern Arsch drauf wetten, wird nicht an der Wand verstauben. Ich werde sie über den Sommer behutsam einspielen, um sie beim Konzert am 11. August im Café Eulenspiegel zum ersten Mal richtig zu präsentieren. Sie ist in jedem Fall eine Superergänzung zu der viel gespielten Lowden und der Stevens-Resonator-Gitarre.
Apropos Lowden. Als Manfred Pietrzok (Bild rechts mit dem Meisterwerk) diese doch ziemlich ramponierte Gitarre zu Gesicht bekam, war er erst einmal fassungslos. Die Wunden, die ich diesem Instrument im Laufe der letzten 14 Jahre geschlagen habe, sind nicht zu übersehen. Und mein Schweiß hat einen Teil der Decke dunkler gefärbt. "Davon muss Du mir ein Bild schicken. So etwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen", meinte der Gitarrenbauer. Naja: Willi Nelsens Stammgitarre sieht noch ganz anders aus. In die hat der Country-Star beim Schrammeln glatt ein zweites Loch reingehauen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Also: Jeder, der wirklich Wert auf ein eigenes, unverwechselbares Instrument legt, sollte sich bei Manfred auf die Warteliste setzen lassen. Zuletzt hatte David Gilmore bei ihm angerufen. Da Pietrzok den Mann nicht kennt, hatte er ihn wie immer auf die unvermeidliche Wartezeit hingewiesen. Es gibt eben auch für "Pink Floyd"-Gitarreros keine Ausnahme. "Und das ist gut so", wie der Wowereit sagen würde.
aktuelles/April 2006 Neue Freunde habe ich über die Ostertage in der Mechernicher Partnerstadt Nyons gefunden. Zusammen mit meiner Familie und einer Reisegruppe des Freundeskreises Mechernich-Nyons haben wir der kalten Eifel den Rücken gekehrt und sind in den sonnigen Süden gefahren. Belohnt wurden wir durch drei Sonnentage mit Temperaturen von mehr als 25 Grad. Meine Aufgabe war es, einen Festabend mit Gästen und Franzosen zu gestalten, was mir großen Spaß gemacht hat. Konnte ich doch endlich mal wieder mein komplettes, aus 14 französischen Liedern bestehendes Chansonprogramm abrufen. Die Leute in Nyons waren davon ziemlich angetan und haben mich gleich für den Sommer erneut eingeladen. Diesmal allerdings mit der vollen "Wibbelstetz"-Mannschaft. Da wir Ende Juli/Anfang August jedoch noch in Urlaub sind beziehungsweise die ersten Auftritte haben, werden wir den Trip in die Provence wohl auf nächstes Jahr verschieben müssen. Eigentlich schade. Aber lässt sich leider nicht anders machen. aktuelles/Februar 2006
Was lange währt, wird endlich gut. Dieses Sprichwort hat sich bei der Produktion der "Rheinländer"-CD wieder einmal bewahrheitet. Nachdem das Freilichtmuseum und die Verantwortlichen beim Landschaftsverband die fertige Produktion erst mal ein paar Wochen auf Eis gelegt hatten, ging es dann auf mein Drängen hin doch voran. Mit Hilfe von LVR-Fotograf Ludger Ströter und Designerin Barbara Witsch haben wir doch noch ein brauchbares Cover hingekriegt. Die CD, auf der auch drei Aufnahmen von "Wibbelstetz" zu finden sind, gibt es im Museumsshop in Kommern oder direkt bei mir zu kaufen. Das Werk war glücklicherweise pünktlich zur Eröffnung der Ausstellung am 5. April verfügbar. Die Uraufführung erlebten mehr als 700 Gäste im Festzelt auf dem Kahlenbusch mit. Neue Freunde habe ich über die Ostertage in der Mechernicher Partnerstadt Nyons gefunden. Zusammen mit meiner Familie und einer Reisegruppe des Freundeskreises Mechernich-Nyons haben wir der kalten Eifel den Rücken gekehrt und sind in den sonnigen Süden gefahren. Belohnt wurden wir durch drei Sonnentage mit Temperaturen von mehr als 25 Grad. Meine Aufgabe war es, einen Festabend mit Gästen und Franzosen zu gestalten, was mir großen Spaß gemacht hat. Konnte ich doch endlich mal wieder mein komplettes, aus 14 französischen Liedern bestehendes Chansonprogramm abrufen. Die Leute in Nyons waren davon ziemlich angetan und haben mich gleich für den Sommer erneut eingeladen. Diesmal allerdings mit der vollen "Wibbelstetz"-Mannschaft. Da wir Ende Juli/Anfang August jedoch noch in Urlaub sind beziehungsweise die ersten Auftritte haben, werden wir den Trip in die Provence wohl auf nächstes Jahr verschieben müssen. Eigentlich schade. Aber lässt sich leider nicht anders machen. aktuelles/Februar 2006
Wenn man mit einem neuen Produzenten arbeitet, dann weiß man ja eigentlich nicht, was so auf einen zukommt. Aber mit meiner Entscheidung, Tato Gomez als Spannmann für meine Produktion "Der Rheinländer" zu engagieren, habe ich wohl voll ins Schwarze getroffen. Der Aufbau des Songs im Studio ging Hand in Hand. Besonders gefallen an Tatos Auffassung hat mir die Tatsache, dass er meinen Gesang und mein nicht gerade virtuoses Gitarrenspiel in den Mittelpunkt der Aufnahme gestellt und alle anderen Instrumente drumherum gruppiert hat.
Das Lied ist wirklich toll geworden: witzig, locker vom Hocker und auch noch mehrheitsfähig. Mit ein bisschen Glück wird die Scheibe vielleicht sogar bei WDR 4 im Radio laufen. Unterstützt haben mich bei der Aufnahme unter anderem "Wibbelstetz"-Drummer Jürgen Schroeder, unsere "Altstars" Mario Derichs und Werner Dederichs beim Chor (Bild rechts mit Tato in der Mitte) sowie die Profimusiker Georg Mayr (Piccolo-Flöte und Klarinette) und Hans-Peter Salentin (Trompete). Dieter Jost hat sich beim provisorischen Cover verdient gemacht, für das Frank Wagener das Bild geschossen hat. Alles in allem bin ich mit dieser Produktion sehr zufrieden und auf die Resonanz der Gäste gespannt, die das Lied bei der Eröffnung der Ausstellung "Wir Rheinländer" Anfang April zu hören bekommen. aktuelles/Dezember 2005 Seit 1992 spiele ich jetzt schon auf meiner geliebten Lowden-Akustik-Gitarre. Das Teil sieht nach weit über 500 Auftritten auch entsprechend ramponiert aus. Obwohl Gebrauchsspuren ja auch irgendwie sexy sein sollen. Naja. Trotzdem habe ich mich seinerzeit entschlossen, mich nach einer neuen "Steelstring" umzusehen. Das Beste, was mir in dieser Hinsicht bislang in die Finger gekommen ist, waren die beiden Instrumente des "Eifelsliders", wie sich Bernd Vollbach gerne nennt. Wenn ich in meinem Leben jemals Neidgefühle gehabt haben sollte, dann in Hinblick auf diese Gitarren, die nicht nur vom Aussehen, sondern auch vom Klang einzigartig sind. Die beiden Gitarren stammen aus der Werkstatt von Manfred Pietrzok, der unter dem Label "Manzanita Guitars" in Göttingen arbeitet.
Bereits 2001 hatte ich ihn kontaktiert, um mir von ihm eine Resonator-Gitarre (Dobro aus Holz) bauen zu lassen. Aber er beschied mir damals, dass ich drei Jahre warten müsse. "Dann bin ich aber vielleicht schon tot", habe ich ihm darauf geantwortet. Weshalb ich mir das Instrument schließlich von der Münchner Gitarrenwerkstatt "Stevens-Guitars" habe bauen lassen. Pietrzok meinte damals, dass er einen Geigenbauer kenne, der schon 97 Jahre alt sei und Aufträge habe bis zu seinem 115 Geburtstag. Irgendwann, als ich die Vollbach-Instrumente noch einmal spielen konnte, habe ich dann doch beschlossen, dass es sich lohnen würde, drei Jahre auf eine solch fabelhafte Gitarre zu warten. Und die Zeit ist denn doch relativ schnell vorbeigegangen. Meine neue Gitarre ist bereits seit einigen Wochen im Bau. Und ich werde an dieser Stelle regelmäßig über die Entstehungsgeschichte berichten. Als ich mich seinerzeit mit dem Gitarrenbauer darüber unterhielt, wie mein Instrument etwa aussehen könnte, meinte er, ich solle ihm bitteschön eine CD oder Kassette mit Aufnahmen von meinem Gitarrenspiel zuschicken. "Ich höre mir die Sachen dann zwei Wochen am Stück an, und danach weiß ich, welche Gitarre du brauchst", sagte Piotrzok . Demnach passte das F-Modell (siehe auch www-manzanita.de) wohl am besten zu mir. In schnörkelloser Ausführung, weil mir so ein bisschen "Understatement" gefällt. Wie immer das Ergebnis der Bemühungen des Herrn Gitarrenbauer ausfällt, eines steht schon fest: Die Art und Weise, wie der Mann an seinen Beruf herangeht, gefällt mir ausgesprochen gut. Es geht ihm offenbar nicht darum, möglichst schnell und möglichst viel Geld mit seiner Tätigkeit zu verdienen, sondern bei der Arbeit ein höchstes Maß an Vollendung zu erreichen und damit die Kundschaft bei der Stange zu halten. Wenn Leute wie Ry-Cooder-Spannmann David Lindley mit den Manzanita-Produkten klarkommen, wird das bei mir vermutlich auch der Fall sein. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf meine neue Gitarre wie ein Kind kurz vor der Bescherung.
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